ja bitte nur nicht die Schleusenwand berühren…
Und genau zu diesem Zwecke ist für Yachten durch den Panamakanal eine Mindestbesatzung seitens der Kanalverwaltung vorgeschrieben, als da wären der Kapitän und die Helferlein, die so genannten linehander, also jene “starken” Menschen, welche das Boot davor bewahren sollen, die Schleusenwände zu schrammen und diesen wertvollen Teilen Schaden zuzufügen (oder war es umgekehrt?) Wie auch immer, ich schlendere durch die Marina in Colon und sehe dieses Monster von Boot, eine Lagoon 620, einen 62 Fuß langen und 32 Fuß breiten Katamaran vom feinsten, der wie sich nach kurzem Gespräch mit dem französischen Skipper herausstellte, auf einer Überführungsfahrt von Frankreich nach Hongkong befindet um dort seinem Eigner übergeben zu werden. Nun, nach diesem netten Geplaudere hatte ich mein neues Boot gefunden, das mich zum Nulltarif inklusive Verköstigung durch den Kanal bringen sollte. Mein Einsatz bei der Sache: eines der Taue, mit welchen die Schiffe in der Mitte der Schleuse gehalten werden, zu bedienen; entsprechend einzuholen bzw. nachzulassen, während das Wasser steigt bzw. sinkt… klingt einfach ist es auch fast, jedoch nicht immer ganz. Das Schiff wurde von zwei Profiskippern geführt, deren Job es ist, Jachten von A nach B zu bringen, auch nicht so schlecht… (grübel…
)
Die beiden bei der Arbeit auf der flybirdge (dem ersten Stock sozusagen)…
Ich hatte ja keine Vorstellung, wie es auf und in einem solchen Schiff aussieht, aber seht selbst… (zugegeben sind zwei der Bilder der Herstellerhomepage entliehen… na was solls) In diesem bequemen Bettchen sollte ich also die nächsten Nächte verbringen…
Schönerweise wurde mein altes Boot in den Schleusen mit dem neuen vertäut, ein Wiedersehen mit der Crew der vorigen Wochen…
Als wir auf die erste Schleuse zusteuern, liegt doch eine gewisse Spannung in der Luft, zumal immer was schiefgehen kann und der schwimmende Untersatz doch so an die US$ 2 Mille wert sei… Die Typen, die ihr verschwommen an der Kante gehen seht, sind Schleusenarbeiter, die unser Tau an einem Poller fixieren; auch nicht zu beneiden, da den ganzen Tag auf Achse, und das in der tropischen Hitze Panamas…
und nochmal zehn Meter hinauf…
ab dem höchsten Niveau, dem lago Gaton angekommen gehts nur noch bergab Richtung Pazifik…
Vergleichend, Abstraktion der Wirklichkeit mittels Kartenplotter und GPS; daneben die “wahre” Welt (wie sie eben von der Fotolinse und dem Chip festgehalten wurde)…
Frühstück und morgendliche Deckdusche am Ankerplatz des lago Gatun, dem Stausee, auf dessen Niveau die Schiffe gehoben werden, diesen zu durchqueren, um anschließend wieder auf Meeresniveau abgesenkt zu werden.
Der Panamakanal hat ja eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, eine Geschichte der Mißerfolge und dann 1914 doch die Fertigstellung. Hier könnt ihr euch schlau machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Panamakanal. Zwei Tatsachen finde ich aber besonders bemerkenswert, erstens sind über 22.000 Menschen während des Baus ums Leben gekommen, und zweitens werden weltweit die Maße des Kanals, das sogenannte PanaMax als Maßstab für den Bau von Schiffen hergenommen, damit diese haarscharf durch die Schleusen passen, welche 305 m mal 34 m messen. Und die Geschichte hat anscheinend kein Ende gefunden, da im Jahr 2007 mit dem Ausbau des Kanals angefangen wurde, um es auch größeren Schiffen zu erlauben den Abstecher über den Isthmus Panamas zu nehmen.
Liebe KollegInnen, liebe KTWWlerInnen, der Erd und Grundbau holt mich hier in Form wunderschöner Felsanker ein… der Pregl hät sich gfreut…
was man eben so braucht für eine Kanalerweiterung…
Für mich waren die Schleusen breit genug, hier an meinem Arbeitsplatz, dem Steuerbordbug…
die “puente de las americas”, lange Jahre die einzige Verbindung zwischen Zentral- und Südamerika…
klar war BO auch mit von der Parie, meistens am Ruder – wie es sich für einen Seebären gehört.
Die lange Reise nach Hongkong bin ich dann doch nicht angetreten, wahrscheinlich um diese eines Tages mit dem eigenen Boot nachholen zu können
) Und ausserdem hatte ich in Guatemala Leute kennen gelernt, die hier in Panamacity wohnen; Also war ich zwei Nächte bei Janne und Andres zu Gast, um dann wieder zurück in die Shelter bay marina zu fahren, um dort auf das nächste Boot, die “rag tag circus” zu steigen…

Hola Amigo,
während du noch im Warmen bist, hocke ich in der warmen Stube im kalten Kärnten und packe meine Sachen um für die zum Glück knapp bevorstehende Wiederausreise. Mach weiter so, pass auf auf dich und deine Sachen! Abrazo, Jorge