…von alten Maya Stelen und bunten Vögeln…
Morgens um 6 Uhr galt es Abschied zu nehmen von unserer chinesischen Freundin und dem verregneten Livingston. Nach einer Stunde mit der Lancha erreichten wir puerto barrios, den wichtigsten Obsthafen in der Region. Von dort ging es schleppend weiter Richtung Copan. Der überfüllte Kleinbus faßte bis zu 30 Passagiere, und war somit dreifach überladen, was sich mit unserer überproportionalen Größe als sehr interessant herausstellte. Wenigstens war der Bus so voll, dass auch keine Prediger platz fanden und somit zumindest in dieser Hinsicht Ruhe herrschte. An der Grenze zu Honduras wurde mein Notpaß wie üblich mit besonderer Liebe fürs Detail beäugt, dann aber doch als harmlos eingestuft, und mit dekorativen Stempeln versehen. Und wiedermal galt es sich an die neue Landeswährung, Limpiras, zu gewöhnen. Nach ca. 10 Stunden auf Achse gabs erst mal eine warme Dusche und dann unglaublich feine Pasta mit Huhn – mhhh… Nachdem die Rechnung auf dem Tisch lag, beschlossen wir die nächsten Tage über streetfood zu mampfen, was sich als ebenfalls sehr genießbar herausstellten sollte.
Der Riese vor der Markthalle Copans, immer ein Hingucker für die doch recht kleinen Menschen hier – speziell wenn wir nebeneinander spazieren ernten wir des Öfteren verwunderte Blicke…
Extra für euch, Christa und Ossi, aber leider zu groß und schwer für die Reisetasche…
Der Zwiebelschäler von Copan…
Tag zwei beginnt mir einem kurzen Spaziergang zur Ausgrabungsstätte, die ein paar Kilometer außerhalb des Ortes liegt. Begrüßt wird man dort von einem Duzend bunter Papageien, die genüsslich Bananen und sonstiges Futter vertilgen und auch ab und zu Ihre Flügel schwingen um den neugierigen Touristen zu entfliehen. Wenn man sich von den lieben Aras losreißen kann, so wird man von zahlreichen Stelen begrüßt, für die Copan berühmt ist.
Oftmals handelt es sich, wie hier zum Beispiel, um Kopien deren Originale in Museen zu finden wären.
Das hier ist der berühmte Tempel mit den Hieroglyphen-Stufen, deren Geschichten wohl nie zur Gänze ans Licht gebracht werden können, da die Stufen zum Teil unwiederbringlich zerstört sind.
Davor erstreckt sich ein Ballspielplatz, auf dem – so man den Mythen glauben schenken darf – zwei Mannschaften die Latexwuchtel nur mit Hüften berührend bewegten. Schauermärchen welche besagen dass die Sieger des Spieles anschließend geopfert werden kursieren auch, jedoch nix genaues weiß man… Die Phantasie entlastende Illustrationen finden sich hier ebenfalls…
Nun denn, du geheimnisumwobene Welt der Maya, in die ich ein klein wenig eintauchen durfte in den vergangenen Wochen meiner Reise; Ich kann behaupten große Eindrücke erhalten zu haben, durch die Orte, die Bauwerke und durch das spirituelle Weltbild Jörgs, der mir – und wer mich kennt weiß, dass das keine Leichte Übung sein kann – versucht hat seine Sicht der Dinge zu erklären bzw. ein wenig Licht ins Dunkel meiner rationell orientierten Seele zu bringen. Dafür danke ich dir, mein Freund und Begleiter.
Von alten Zivilisationen und dem Element Feuer, das mich als Pyromanen schon immer gefesselt hat, geht´s nun weiter zum Element Wasser, das in meinem Leben eine zentrale Rolle spielt, wenn ich es mir so recht überlege… Gerade in dieser Minute des Schreibens weint der Himmel bittere Tränen, die mich schon seit einigen Stunden an meine Veranda fesseln… aber von alledem erzähle ich das nächste mal…
